Geschichtsroman der Klasse 7c ist fertig!

18.01.2011 07:50

Hurra - unser Roman SOPHIA UND DER STEINMETZ ist fertig!tl_files/regensburg_realschule/projekte/Geschichtsroman 7c/7c im Hof.jpg

Nach drei Monaten harter Arbeit ist das Manuskript im Druck – die 7c der Realschule Pindl freut sich auf den Verkaufsstart Mitte Februar und erste Lesungen

Skeptisch waren viele, doch nun haben die 28 Schülerinnen und Schüler der 7 c gezeigt, was wirklich in ihnen steckt: Termingerecht vor den Weihnachtferien war das Romanmanuskript, an dem die Klasse seit Anfang Oktober in Schreib-, Redaktions- und Rechercheteams gearbeitete hat, vollendet. In den Ferien gingen die rund 200 Seiten dann ins Lektorat, Anfang Januar in den Satz – und nun wird gedruckt. „Der Roman startet mit einer Auflage von 1.000 Exemplaren“, erläutert Verleger Wolfgang Schröck-Schmidt, „und wenn die Nachfrage da ist, wird es selbstverständlich eine zweite Auflage geben. Es ist im gesamten deutschsprachigen Buchhandel ab Mitte Februar erhältlich.“

Der Erlös soll in soziale Projekte für Leseförderung fließen

Wer dann das handliche Taschenbuch erwirbt, darf sich nicht nur über eine unterhaltsame Geschichte im mittelalterlichen Regensburg freuen, sondern unterstützt damit auch ein soziales Projekt der Schüler rund um das Thema „Lesen“. Derzeit suchen Lehrer und Schüler noch nach Initiativen, die finanzielle und aktive Hilfe benötigen. Gedacht ist an Lesestunden, Bücherspenden oder vergleichbare Leistungen für regionale Einrichtungen, die mehr für das Interesse am Buch bei Kindern und Jugendlichen tun möchten. Anfragen oder Ideen können gern bei der Schulleitung eingebracht werden.

Die Idee entstand bei einer Literaturlesung

Angefangen hatte alles im Sommer des vergangenen Jahres, als die stellvertretende Schulleiterin der Realschule Pindl Andrea Klein auf einer Lesung die Autorin und Ghostwriterin Carola Kupfer kennen lernte. Der Autorin schwebte seit Jahren ein professionelles Buchprojekt mit Schülern vor – und Klein erkannte das Potenzial für die 7. Klasse ihrer Schule. Aus ersten Ideen wurde schnell ein Konzept, das mit dem Lehrplan perfekt harmonierte. Geschichtslehrer Christian Ried stieß zum Projektteam dazu und Dr. Uli Lichtinger vom Lehrstuhl für Schulpädagogik der Universität Regensburg übernahm die Projektbegleitung. „Das ist auch für uns und unsere Studenten ein interessantes Schulprojekt“, erläutert Lichtinger ihr Engagement. „Denn hier haben verschiedene motivierte Experten zusammen gearbeitet, haben Lehrer ihren Unterricht innovativ geöffnet und Schüler sich über das ‚normale’ Maß hinaus mit ihren Fähigkeiten eingebracht. Das Ganze wurde erstaunlicherweise termingerecht in einer langfristigen, klaren Planung realisiert – phantastisch.“

Workshop und Führungen statt Frontalunterricht

Das Romanprojekt verbindet fächerübergreifend den Weg von einer Idee zum fertigen Buch. Dazu wurde der herkömmliche Frontalunterricht in der Klasse phasenweise abgeschafft: Auf dem Programm standen fachbezogene Workshops, Ortsbesichtigungen und Führungen durch einzelne Viertel und Gebäude der Stadt. Verarbeitet wurden die Rechercheergebnisse in Teams, wobei hier die am Pindl ab der 7. Klasse eingesetzten Laptops eine perfekte Unterstützung waren. Möglich wurde das gesamte Projekt vor allem durch die Zusammenarbeit der Fächer Deutsch und Geschichte: Klein ist Deutschlehrerin der Klasse, Ried unterrichtet Geschichte in der 7c. Beide hielten sich dabei konsequent an den vorgegebenen Lehrplan, der in Geschichte das Thema ‚Mittelalter’ vorgibt, in Deutsch u. a. Schilderungen und längere Texte. Einmal pro Woche stieß Autorin Kupfer in einer eigens eingerichteten Projektstunde dazu und gab Tipps und Hilfestellungen beim Schreiben. „Das wichtigste war zunächst natürlich der Plot,“ erläutert die erfahrene Autorin ihren Teil des Projekts. „Hier haben die Schüler gemeinsam erarbeitet, was einen guten Roman ausmacht, welche Werte sie kommunizieren möchten, welche Personen sie dazu brauchen und wie die Story spannend erzählt werden könnte.“

Das Ergebnis: ein Jugendbuch und ideale Unterrichtslektüre

Unter der Leitung von Geschichtslehrer Ried ging es dann an die Recherche der notwendigen historischen Details. „Immerhin bewegt sich die Geschichte im zweiten Drittel des 13. Jahrhunderts,“ so Ried, „und da war bekanntlich vieles anders als heute! Außerdem gehört die Epoche erfahrungsgemäß nicht zu den Lieblingsthemen von durchschnittlich Dreizehnjährigen, doch der Unterricht vor Ort und die vielen ganz unterschiedlichen Recherchen waren plötzlich interessant und neu.“ Im Deutschunterricht wurde dann eifrig geschrieben, redigiert, verworfen und entschieden. Entstanden ist ein historischer Roman für Jugendliche, der im mittelalterlichen Regensburg spielt – zu jener Zeit, als mit dem Neubau des gotischen Domes gerade begonnen worden war. „Der Roman ist nicht nur ein spannendes Jugendbuch“, freut sich Projektleiterin Klein, „sondern eignet sich auch hervorragend als Unterrichtslektüre für fünfte bis siebte Klassen aller Schulformen. An unserer Schule werden wir in Zukunft auf jeden Fall damit arbeiten, da die vermittelten historischen Fakten die Zielgruppe erreichen und der Sprachstil altersgemäß, aber gehoben ist.“

Realisierung dank Idealismus, Engagement und Sponsoring

Begleitet wurde das gesamte Projekt zudem von Kunstlehrer Andreas Hanauer, der das Buch mit einem Schüler gestaltet und den Satz übernommen hat. Er steht in engem Kontakt mit dem Kurpfälzer Verlag Edition Schröck-Schmidt, der für das Buch eine eigene Jugendbuchreihe ins Leben gerufen hat. „Ich bin überzeugt, dass dieses Projekt überregional Schule macht,“ so der Verleger. „Und da wir als Verlag das unternehmerische Risiko übernehmen, kann eine Schule damit nur gewinnen.“ So sieht das auch Dr. Lichtinger von der Universität: „Dieses Projekt lässt alle erfahren, dass Schule Spaß macht und jeder – Lehrer, Experten und Schüler – für das Leben lernt. In diesem Fall werden die Schülerinnen und Schüler fortan ihre eigene Stadt mit anderen, wissenden Augen zu sehen.“

Besonderer Dank geht an dieser Stelle an die Sponsoren des Romanprojekts: Großzügige Spenden vom Mittelbayerischen Verlag, der Raiffeisenbank Sinzing und der Volksbank Regensburg haben den Einstieg mit Workshops, Materialankäufen und Besichtigungen mit ermöglicht.

 

Mehr über das Projekt findet man im Internet auch auf der Homepage des Verlags www.edition-schroeck-schmidt.de.

 

 

Weitere Informationen bei:

 

Andrea Klein
Stellvertretende Schulleiterin der Privaten Realschule Pindl
 
 Tel.:        +49 (941)29756 – 0
FAX:       +49 (941)  29756 – 33
Email:    klein@realschule-pindl.de


Private Schulen Pindl GmbH
 
Wittelsbacherstr. 1
93049 Regensburg

 


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