Die Klasse 7b stellt ihr Buch vor

Kinder bauen auf ein buntes Miteinander

Stolz präsentieren die Kinder der Klasse 7b der Realschule Pindl ihr fertiges Produkt.

Regensburg. Das Projekt war eine „große Herausforderung“ und „viel Arbeit“. Aber die habe sich gelohnt, betonte Deutschlehrerin Franziska Wedel. Ein halbes Jahr haben sie und die Schüler von der Klasse 7b der Pindl-Realschule viel Energie in das Buchprojekt investiert, bis das fertige Produkt entstanden ist. „Freundschaft mit Hindernissen“ heißt das 170 Seiten umfassende Buch – und ist frisch im Verlag Schröck-Schmidt erschienen. Der Schülerroman startet mit einer Auflage von 1000 Exemplaren und ist unter anderem im Regensburger Buchhandel erhältlich.

Vorurteile beiseitegeschoben

Das Titelmotiv deutet an, worum es im Buch gehen könnte. Fünf Schüler nehmen sich bei der Hand und heben ihre Arme in die Luft. Die Symbole der fünf großen Weltreligionen sind über den Köpfen der Schüler eingezeichnet. „Stärke ist, wenn man Vorurteile vergisst“, steht unterhalb des Titels geschrieben. Wer Lessings Ideendrama „Nathan, der Weise“ kennt, fühlt sich an die Ringparabel vom Miteinander der Religionen erinnert.

„Stärke ist, wenn man Vorurteile vergisst.“ (Untertitel des Buchs)

„Freundschaft mit Hindernissen“ spielt jedoch im Hier und Jetzt, im Alltag der Realschüler. Die Handlung umschreiben die Projektbeteiligten folgendermaßen: „Zwei neue Schüler kommen in die Klasse 7b. Hasan musste mit seiner Familie aus Syrien fliehen, die Inderin Shiva zog mit ihrer Familie nach Deutschland, weil ihr Vater nun hier arbeitet. Nicht alle in der Klasse freuen sich über die beiden Neuen“, heißt es. Plötzlich stehen Vorurteile gegenüber fremden Kulturen im Raum, innerhalb der Klasse haben sich zwei Lager gebildet. Der Konflikt gipfelt ausgerechnet bei der gemeinsamen Klassenfahrt. Nun dürfe der Leser gespannt sein, ob die Schüler trotzdem ihren Frieden schließen.

Die Regensburger Autorin Carola Kupfer stand den Schülern mit Rat und Tat zur Seite. „Das Wichtigste war zunächst der Plot“, sagte sie rückblickend. „Hierbei haben die Schüler gemeinsam erarbeitet, was einen guten Roman ausmacht, welche Werte sie kommunizieren möchten, welche Personen sie dazu brauchen und wie die Story spannend erzählt werden kann.“ Mit dem syrischen Studenten Khaled Steen, der an der Uni Regensburg eingeschrieben ist, hatten die Schüler einen Ansprechpartner rund um die Themen Syrien und Flüchtlinge. Die Fachlehrerinnen indes bezogen historische Details in den Roman ein.

Eine warme Empfehlung

„Im Religions- und Ethikunterricht wurde eifrig geschrieben, redigiert, verworfen und entschieden“, weiß Schulleiterin Andrea Klein. In ihren Augen ist der Roman nicht nur ein spannendes Jugendbuch. „Er eignet sich auch gut als Unterrichtslektüre für fünfte bis siebte Klassen aller Schulformen“, sagte sie. Schon einmal hatten ihre Schüler ein Buch veröffentlicht. Das war 2011. „Das Buch hat den Schülern als Bildungsprojekt so viel gebracht, dass ich so etwas unbedingt wiederholen wollte.“

von Daniel Steffen, Mittelbayerische Zeitung, 24. Februar 2017 (Fotos: Daniel Steffen, Private Realschule Pindl)

http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg/stadtteile/westenviertel/kinder-bauen-auf-ein-buntes-miteinander-21359-art1490821.html